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Checkliste für einen gelungenen Elternabend

Zu deinen Aufgaben als (angehende) Lehrkraft gehört auch die Organisation und Leitung von Elternabenden und das auch schon im Referendariat.
Im Unterschiede zur Elternsprechstunde / dem Elternsprechtag, bei der du dich mit den Eltern eines Schülers unterhältst, treffen sich beim Elternabend alle Eltern der Klasse mit Klassenlehrer:in und Fachleher:innen.
Der erste Elternabend ist oft ein aufregender Termin - aber keine Sorge: Mit unserer Checkliste, sowie einer guten Portion Selbstbewusstsein wird Dir der Abend gelingen. Und meist übernehmen danach die Klassenelternsprecher die Einladung und Moderation der weiteren Elternabende. Ärger dich nicht, wenn beim ersten Mal nicht alles rund läuft. Auch beim Planen und Durchführen eines Elternabends heißt es „Übung macht den Meister“.

Inhalte eines Elternabends

Beim Elternabend werden wichtige Informationen und Termine für die Klasse bekannt gegeben. Zudem natürlich auch sowie Sorgen, Wünsche und Probleme diskutiert. Falls es dein erster Elternabend für diese Klasse ist, geht es natürlich insbesondere geht es darum, dass die Eltern dich kennenlernen und sich ein Bild von dir machen können – und du natürlich von ihnen.
Eine Tagesordnung oder Agenda hilft dir (und den Eltern) den Überblick zu behalten und eine Struktur in den Abend zu bringen – außerdem wird so nichts vergessen, auch wenn mal ein Punkt länger besprochen wird.
Bereite daher rechtzeitig deine geplante Agenda vor, damit du diese mit der Einladung verschicken kannst. Gib trotzdem den Eltern die Möglichkeit vorab Punkte für die Agenda einzureichen, damit du auch auf die Wünsche und Bedürfnisse der Eltern eingehen kannst.
Folgende Punkte sind eigentlich immer auf einer Elternabendagenda zu finden:
  • Begrüßung und Vorstellung
    Dies ist deine Chance, dich gegenüber den Eltern zu präsentieren und einen Eindruck deiner Kompetenz zu vermitteln.
  • Informationen der Fachlehrer:innen
    Falls die anderen Lehrer:innen, die die Klasse unterrichten nicht teilnehmen können, hole dir vorher von ihnen eine Einschätzung ein. Beziehungsweise lass dir von ihnen die Informationen geben, die beim Elternabend unbedingt an die Eltern gegeben werden sollen.
  • Klassenklima
    Die meisten Eltern möchten wissen, wie die Stimmung in der Klasse ist. Da bietet es sich an, die Schüler vorab zu befragen, damit du die Ergebnisse dann vorstellen kannst. Natürlich gibst du den Eltern auch deinen Eindruck des Klassenklimas wieder. Frag auch die Eltern, ob die Kinder zu Hause von Problemen oder Schwierigkeiten in der Klasse (oder mit Lehrer:innen) berichtet haben.
  • Leistungsstand und -bewertung
    Informiere zunächst kurz und knapp über den aktuellen Lernstoff der vermittelt wird und was der Lehrplan als nächstes vorsieht. In der großen Runde werden zwar keine Einzelnoten besprochen, die Eltern interessieren sich aber immer auch dafür, wie der Leistungsstand der Klasse sich insgesamt entwickelt. Auch eine kurze Information darüber, wie sich die Noten aus den schriftlichen und mündlichen Leistungen der Schüler:innen zusammensetzen, oder welche Auswirkungen ein einzelner Test auf die Zeugnisnote hat, wird für die Eltern sicher interessant sein.
  • Organisatorisches, wie zum Beispiel ein Schulfest, Elternsprechtage, Wandertag oder die Planung einer Klassenfahrt Neben der Planung des Ziel, oder der Abstimmung dazu, wird meist auch darüber gesprochen, was die Kinder mitnehmen sollen, wer von den Eltern gegebenenfalls als Begleitperson mitkommt, und so weiter.
  • Wahl der Elternvertretung
    Oft findet diese als geheime Wahl statt. Denk also auch daran genügend Zettel und Stifte bereit zu legen.
  • Sonstiges
    Das können Themen von dir sein, wie beispielsweise die neuen Klassenregeln oder die aktuellen Themenschwerpunkte (vielleicht etwas zum Mobbing, Praktika, Pubertät oder Medienkompetenz), aber auch Themen die von den Schüler:innen oder Eltern gemeldet wurden.

Vorbereitung des Elternabends

  • Datum und Uhrzeit festlegen
  • Ort und Raum bzw. digitales Meeting festlegen
  • Datum und Ort mit Schulleitung und bei Bedarf dem Hausmeister absprechen
  • Einladung an Eltern verfassen (Beispielhafte Inhalte):
  • Datum, Uhrzeit, Ort
  • geplante Tagesordnung
  • Rückmeldestreifen bzw. Abstimmungsbutton für Zu- oder Absage
  • Themenwünsche
  • Einladungen unter Angabe der Rückgabefrist verteilen oder digital versenden
  • Eventuell Klassenbefragung durchführen: Wie ist die Stimmung, gibt es Spannungen etc.?
  • Rückmeldungen der Eltern sichten und ggf. Wünsche, Fragen und Anregungen in die Agenda aufnehmen (eigener Punkt oder unter Sonstiges)
  • Agenda inhaltlich vorbereiten
  • Anwesenheitsliste erstellen
  • Eventuell Wahlzettel für die Wahl der Elternsprecher vorbereiten
  • Raum / Klassenzimmer vorbereiten (aufräumen, Tafel säubern, Stühle bereitstellen, Agenda auf einer Folie oder der Tafel vorbereiten, etc.)
  • Eventuell Namensschilder bereitstellen

Durchführung des Elternabends

  • Raum aufschließen und nochmal abschießend prüfen, dass alles vorbereitet ist
  • kurze persönliche Begrüßung der Eltern, die jeweils in den Raum kommen
  • Anwesenheitsliste herumgeben und falls Bedarf besteht einen (freiwilligen) Elternteil finden, der/die die Protokollierung übernimmt
  • Allgemeine Begrüßung der Eltern
  • Persönliche Vorstellung und Vorstellung der gegebenenfalls eingeladenen weiteren Lehrer:innen
  • Vorstellung der Agenda
  • Durchgehen / Abarbeiten der Agenda und jeweils Zeit für Fragen lassen, aber deine Zeitplanung im Auge behalten
  • Feedback bei Eltern erfragen
  • Verabschiedung und Dank

Nachbereitung des Elternabends

  • Eventuell offene Fragen klären und Eltern im Nachgang über die Antworten informieren. Wenn gewünscht direkt zusammen mit dem Protokoll.
  • Feedback auswerten
  • Lessons learned für den nächsten Elternabend aufstellen

Do‘s and Dont‘s beim Elternabend

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Zu guter Letzt noch ein paar Regeln und Tipps zum Ablauf eines gelungenen Elternabends:
Do‘s:
  • Dauer: Setze dir ein Zeitlimit von maximal zwei Stunden, um sicherzustellen, dass du die Eltern nicht überlastest.
  • Information und Dialog: Vergiss nicht die Eltern immer wieder miteinzubeziehen (die Veranstaltung heißt ja nicht umsonst „Elternabend“) und frage kontinuierlich nach, ob es Rückfragen gibt.
  • Diskussionen: Achte darauf, die Reihenfolge der Wortmeldungen zu beachten. Fasse die Diskussion abschließend noch einmal zusammen, um sicherzugehen, dass alle das gleiche Verständnis haben und halte das konkrete Ergebnis / die beschlossene Maßnahme schriftlich fest.
  • Anliegen der Eltern: Nimm dir Zeit für die Sorgen der Eltern und versuche ihre Bedenken zu verstehen. Eine gute Kommunikation mit den Eltern ist wichtig für die weitere Zusammenarbeit.
  • Schreib dir alle Zwischenfragen oder Nachfragen der Eltern auf, die im Laufe des Abends gestellt werden. Entweder einfach für dich oder für alle sichtbar zum Beispiel auf der Tafel. So vergisst du nichts und kannst diese im Nachgang beantworten falls dafür während des Abends keine Zeit mehr ist.
Dont‘s:
  • Rechtfertigen: Lass dich nicht auf Diskussionen ein oder in die Defensive drängen - setze Grenzen und denke daran, dass du das Gespräch leitest und Expert:in für Lehramt bist.
  • Telefonnummer herausgeben: Gib nicht leichtfertig deine Telefonnummer heraus. Die Eltern können sich auch schriftlich per Mail oder auch in deinen Sprechstunden bei dir melden. Falls du Bedenken hast, höre dich bei deinen Kollegen:innen um, wie es an deiner Schule gehandhabt wird.
  • Individuelle Probleme: Gibt es Spannungen zwischen mehreren Schüler/ -innen, solltest du dies nicht in großer Runde beim Elternabend besprechen, sondern versuchen den Konflikt als Vermittler in einem Gespräch mit den Beteiligten zu klären.
  • Hilfe annehmen / einfordern: Insbesondere die Elternvertreter sollten eine aktive Rolle in der Vorbereitung und Durchführung von Elternabenden übernehmen. Sobald sie gewählt sind, kannst du mit ihnen nochmal genau abstimmen, wo und wie sie sich einbringen können.

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